Stellungnahme Reiner Graf

Eine kurze Stellungnahme auf die Kritik des Bürgermeisters in den sozialen Medien

Ich wehre mich mit dieser Stellungnahme gegen den Vorwurf unseres Bürgermeisters mit „falschen und unseriösen Veröffentlichungen gegen den geplanten Umbau der Grundschule zu einer Kita argumentiert“ zu haben (so wörtlich sein Eintrag bei Facebook am 11.2.21). Beweise liefert er keine. Kommt mir bekannt vor. War da mal was in Amerika? Aber der Reihe nach:

  1. Im Dezember 2020 (also nur 3 Monate vor der Kommunalwahl) stimmten alle Stadtverordneten (CDU, SPD, FDP) für den Umbau, eine Alternative gab es nicht, woher auch. Es war Eile geboten, um noch einen besonderen Förderantrag zu stellen (er verspricht 90%). Die Stadt würde nur 438.000€ von der Bausumme zu tragen haben.
  2. Im Januar 2021 beschlossen alle Abgeordneten nicht mehr als 1,5 Millionen € aus eigenen Mitteln für diesen Umbau auszugeben. Öffentliche Bauten werden eben immer teurer als geplant!
  3. Am 3. Februar erschien in der WR der Artikel „Viel Raum für Entdeckergeist“. Zum ersten Mal erfuhren viele Bürger*innen Einzelheiten des Umbaus. 6 Gruppenräume und weitere 8 Räume waren für die kleinen „Entdecker“ vorgesehen, so der von der Kita-Leitung wesentlich erstellte pädagogische Fahr-Plan. Seit Jahren hätte umgebaut werden müssen. Wurde aber nicht!
  4. Ich schrieb als Privatmann ( FWG Wanfried ist nicht von mir) einen Leserbrief, der mit dem Brief von Antonia Krämer, Die Linke, zu „Gegenwind für geplante Kita in Wanfried“ (erschienen 6.2.21) zusammen gefasst wurde. Ich wandte mich nicht gegen den Umbau, sondern gegen die Festlegung auf 6 Gruppenräume (bezweifelte den Bedarf) und gegen die Größe mit ihren Folgekosten, die ich Wanfried ersparen wollte. Als Schulleiter habe ich genügend Erfahrungen mit zu groß geplanten Schulen gesammelt. Viele Fach- und Sonderräume blieben oft über Tage leer – es fehlte am geschulten Personal oder Kindern!
  5. Am 10.2.21 erschien, anscheinend als Antwort auf die Kritik, der längere Artikel „Pädagogische Arbeit braucht Raum“. Diesmal wiesen alle Parlamentsmitglieder die Kritik (ohne darauf einzugehen) zurück. Mit den Worten „priorisiert belegt“ wurde vernebelt. Gehen wir deshalb in die Einzelheiten (mit Zahlen aus diesem Artikel). Der alte Kindergarten in der Ringstraße ist jetzt mit 6 Gruppen belegt. Es ist sehr eng. Alle Kita-Kinder (im Artikel stehen 50, aber es müssten mehr sein) gehen in den Neubau. 60 1 bis 3-jährige bleiben (hat der Bund eigentlich für die vielen Plätze bezahlt?). Da bleiben 1-2 Gruppenräume leer! Zähle ich jetzt noch die 6 Umbau-Gruppenräume dazu, so habe ich 7-8 Gruppenräume. Priorisiert (d.h. vorrangig) belegt von den Kita-Kindern der Ringstraße gibt das auch mit Integrationsplätzen nur 5 Gruppen. Was machen wir mit dem Rest? Leerstand oder Auffüllen? Darf auch Heldra und Altenburschla raten?
  6. Am 11.2.21 freute sich unser BM auf Facebook über den „guten und sachlichen Bericht“ und wies den „Gegenwind“ zurück (s. Anfang). Wieder kein Eingehen auf Gegenargumente!
  7. Natürlich braucht Wanfried mehr Kita-Räume. Es sollten aber nur so viele geschaffen werden, wie von Wanfried, Völkershausen und Aue belegt werden können. Mit Zahlen von Nichtgeborenen und überhöhtem Integrationsbedarf zu argumentieren ist dünn. Als Puffer die Mehrzweckräume. Sooo werden die Kitas von Heldra und Altenburschla geschützt.!!
  8. Alternativvorschlag 1 Es wird nur die 1. Hälfte der Grundschule genutzt. Im Untergeschoss entstehen 2 Gruppenräume. Sie sind ohne Treppe vom Park her zu erreichen. Treppen sind Unfallschwerpunkte. So auch im EG (ebenerdiger Eingang vom jetzigen Schulhof her. Darüber in jeder Etage 2 Räume (Verwaltung, Bewegung, Mehrzweck,..). In der 1. Etage eventuell 3 Räume, um einen Großraum zu schaffen. Macht 8-9 neue Räume. Alternativvorschlag 2 : Im UG: 2 Gruppen- und 1 Mehrzweckraum; ebenso im EG. Verwaltung, Aula, Vorschule,... ziehen in das 1. OG. Macht 10 Räume. Das 2. OG wird nicht von der Kita belegt. Dort könnten Wohnungen oder Räume für Start-ups entstehen (zu erreichen über Außentreppe, die als 2. Fluchtweg vielleicht vorgeschrieben wird).
  9. Nicht nur meinen „Gegenwind“ hätten sich die Verantwortlichen sparen können, wenn es für dieses Großprojekt eine Ausschreibung (muss das nicht bei dieser Größenordnung sein?) und eine Bürgerbeteiligung, die Transparenz schafft, gegeben hätte. Gehen Sie bitte am 14.3.21 zur Wahl!!!

Ihr Reiner Graf