Umbau einer Grundschule in einen Kindergarten

Ein Stück mit vielen neuen und alten Daten und Erkenntnissen!

  1. Im Dezember 2020 (also nur 3 Monate vor der Kommunalwahl) stimmten alle Stadtverordneten für den Umbau der ganzen Wanfrieder Grundschule in einen Kindergarten; Alternativen gab es nicht, wurden auch nicht erörtert. Plötzlich war Eile geboten (2 Sitzungen wurden vorverlegt), um noch einen besonderen Förderantrag stellen zu können (er verspricht 90%). Die Stadt würde dann nur 438.000€ der Bausumme zu tragen haben.
  2. Im Januar 2021 beschlossen die gleichen Abgeordneten, nicht mehr als 1,5 Millionen € (vor gut einem Monat war nur von 10% der Bausumme also 438.000 € die Rede) aus eigenen Mitteln für diesen Umbau auszugeben. Ich errechne, dass die Gesamtkosten dann bei über fünf Millionen Euro liegen würden!
  3. Am 3. Februar erschien in der WR der Artikel „Viel Raum für Entdeckergeist“. Zum ersten Mal erfuhren viele Bürger*innen Einzelheiten des Umbaus. 6 Gruppenräume und weitere 8 Räume waren für die kleinen „Entdecker“ vorgesehen, so der von der Kita-Leitung wesentlich erstellte pädagogische Fahr-Plan. Seit Jahren hätte um-, an- oder neugebaut werden müssen. Wurde aber nicht!
  4. Ich schrieb als Privatmann (FWG Wanfried ist nicht von mir) einen Leserbrief, der mit dem Brief von Antonia Krämer, Die Linke, zu „Gegenwind für geplante Kita in Wanfried“(WR vom 6.2.) zusammen gefasst wurde. Ich wandte mich nicht gegen den Umbau (s. unten), sondern gegen die Festlegung auf 6 Gruppenräume und gegen die Größe mit ihren Folgekosten. Als Schulleiter habe ich genügend Erfahrungen mit zu groß geplanten Schulen gesammelt. Viele Fach- und Sonderräume blieben oft über Tage, Wochen und Monate leer – es fehlte am geschulten Personal und/oder Kindern.
  5. Am 10.2.21 erschien der längere Artikel „Pädagogische Arbeit braucht Raum“. Alle Parlamentsmitglieder wiesen die Kritik (ohne darauf einzugehen) zurück. Mit den Worten „priorisiert belegt“ wurde vernebelt. Gehen wir deshalb in die Einzelheiten (mit Zahlen aus diesem Artikel). Der alte Kindergarten in der Ringstraße ist jetzt mit 6 Gruppen und 107 Kindern belegt. Es ist sehr eng. Alle Kita-Kinder (im Artikel stehen 50, aber es müssten mehr sein) gehen in den Neubau. Von 4 auf 14 Räumen, das schafft Platz. 60 1-3jährige bleiben (hat der Bund eigentlich für die vielen Plätze bezahlt?). Da bleiben 1-2 Gruppenräume leer! Zähle ich jetzt noch die 6 Umbau-Gruppenräume dazu, so habe ich 7-8 Gruppenräume. Priorisiert (d.h. vorrangig) belegt von den Kita-Kindern der Ringstraße gibt das auch mit Integrationsplätzen nur 5 Gruppen. Was machen wir mit dem Rest? Leerstand oder Auffüllen? Darf auch Heldra und Altenburschla raten?
  6. Am 11.2.21 freute sich unser BM bei Facebook über den „guten und sachlichen Bericht“ und unterstellte mir, mit falschen und unseriösen Veröffentlichungen gegen den geplanten Umbau der Grundschule zu einer Kita zu argumentieren. Umgedreht wird ein Schuh daraus:
  7. Natürlich braucht Wanfried mehr Kita-Räume. Es sollten aber nur so viele geschaffen werden, wie von Wanfried, Völkershausen und Aue belegt werden können. Mehrzweckräume als Puffer. Sooo werden die Kitas von Heldra und Altenburschla geschützt. Zu Fuß ist dort die Kita zu erreichen und die Eltertaxis nach Wanfried bleiben in der Garage. (gut für die Umwelt, den Ortsteil und den Geldbeutel).
  8. Bei der Begründung für den Großumbau wurden auch Kindern mit eingerechnet, die noch gar nicht geboren sind (angeblich gibt es in ein paar Jahren eine Babyschwemme). Außerdem wurde ein erhöhter Integrationsbedarf prognostiziert, was nicht erwiesen und belegt ist. Die Kita-Kinder sollen alle 4 Etagen nutzen, was nur über Treppen geht. Schon in Grundschulen sind die Treppen Gefahrenschwerpunkte, so auch hier! Wir haben uns Gedanken zu Alternativen gemacht. Sie vermeiden Treppen im Normalbetrieb:
  9. Alternativvorschlag 1: Es wird nur die 1. Hälfte der Grundschule genutzt. Im Untergeschoss entstehen 2 Gruppenräume. Sie sind ohne Treppe vom Park her zu erreichen. So auch im EG(ebenerdiger Eingang vom jetzigen Schulhof her. Darüber in jeder Etage 2 Räume (Verwaltung, Bewegung, Mehrzweck,..). In der 1. Etage ev. 3 Räume, um einen Großraum zu schaffen. Macht 8-9 neue Räume.
  10. Alternativvorschlag 2: Im UG: 2 Gruppen- und 1 Mehrzweckraum; ebenso im EG. Verwaltung, Aula, Vorschule,... ziehen in das 1. OG. Macht 10 Räume. Das 2. OG wird nicht von der Kita belegt. Dort könnten Wohnungen oder Räume für Start-ups entstehen (zu erreichen über Außentreppe oder gespittetem Treppenhaus).
  11. Alternativvorschlag 3: Neubau auf der grünen Wiese.
  12. Nicht nur meine Kritik hätten sich die Verantwortlichen sparen können, wenn es für dieses Großprojekt eine Befragung, eine Offenlegung der Pläne, eine Ausschreibung (muss das nicht bei dieser Größenordnung sein?) und eine Bürgerbeteiligung gegeben hätte.

Gehen Sie bitte am 14.3.21 zur Wahl!!!

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Ihr

Reiner Graf